Allgemein

Studenten sind seit jeher eine Plage für die Menschheit - Nichtskönner, Nichtstuer, Nichtslerner, schlichtweg ein faules Schmarotzerpack, das nur in Kneipen herumhängt und brave Bürger erschreckt.
Als Gegenteil davon sehen sich die Studentenverbindungen - ein traditioneller humanistischer Freundschaftsbund von Studenten und ehemaligen Studenten einer Hochschule mit dem Ziel der Persönlichkeitsbildung in Aktivenverband und Altherrenverband. Der richtige Oberbegriff ist "Verbindung" oder "Korporation"; es gibt akademische Korporationen - Studentenverbindungen - und pennale Korporationen - Schülerverbindungen.

Hier nun eine kleine Einführung zu den Verbindungen:
Die Studentenverbindungen treffen sich in Mitgliederversammlungen, den Conventen. Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen von drei Aktiven, die vom Convent gewählt werden, den sog. Chargierten. Neben den Chargierten gibt es noch den Fuchsmajor, der für die Betreuung und Ausbildung der Füchse - so heissen die Neumitglieder der Verbindung - zuständig ist, sowie einige andere Amtsträger. Das Verbindungsleben findet im wesentlichen während des Semesters statt. Für diese Zeit gibt es einen Veranstaltungskalender, das Semesterprogramm. Während der Semesterferien ruht der Verbindungsbetrieb weitgehend.
Bei offiziellen Anlässen tragen die Mitglieder "farbentragender" Verbindungen seit ca. 200 Jahren Band und Mütze in den Farben der jeweiligen Verbindung. Das Band ist das gemeinsame Erkennungszeichen und das äussere Symbol der starken inneren Verbundenheit.

Geschichte

Historisch kam es zur Gründung der Studentenverbindungen etwa wie folgt:
Im Namen der Burschenschaft Jena erging am 11. August 1817 eine Einladung an die Studentenschaft von dreizehn protestantischen deutschen Universitäten, sich im Oktober 1817 auf der Wartburg zu treffen. Grund dafür war die Jährung zweier Ereignisse: (1) das der Reformation und des Thesenanschlages durch Luther an der Kirche in Wittenberg, und (2) das des Sieges über die Napoleonischen Truppen bei der Völkerschlacht vor Leipzig 1813. Bezeichnenderweise legten die Studenten das Fest nicht auf den Reformationstag, den 31. Oktober, sondern auf den 18./19. Oktober, dem Jahrestag der Völkerschlacht.
Es fanden sich ca. 500 Studenten (=Burschen) auf der Wartburg bei Eisenach in Thüringen zum Wartburgfest zusammen. Dass die Wartburg zum Schauplatz des ersten Nationalfestes wurde, war kein Zufall. Eisenach lag 1817 im Zentrum des aus 38 Staaten zusammengewürfelten Deutschen Bundes, der als Folge des Wiener Kongresses 1815 entstanden war.

 

Sammeln

Die graphische Darstellungen von und mit Studenten beginnt vermehrt im 16.Jhrd. Eine Blütezeit hatte die Studentikadarstellung in der ersten Hälfte des 19.Jhrd. im Zuge und in der Nachfolge des Wartburgfestes und durch die Gründung zahlreicher studentischer Verbindungen.
Seit der Erfindung der Postkarte gibt es darüber hinaus Couleurkarten mit meister souvenirartiger Darstellungen von Studenten, deren Attributen und Zusammenkünften, oft in den jeweiligen Farben der Verbindung.


 

 

Literatur

  • Richard Fick (Hrsg.) "Auf Deutschlands hohen Schulen. Eine illustrierte kulturgeschichtliche Darstellung deutschen Hochschul- und Studentenwesens" 1900
  • Paul Ssymank "Bruder Studio in Karikatur und Satire" 1929
  • Friedrich Schulze / Paul Ssymank "Das deutsche Studententum von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart" 1932
  • Max Bauer "Sittengeschichte des deutschen Studententums" 1991

Links

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